Das Double ist perfekt. Bayern München hat den VfB Stuttgart im DFB-Pokalfinale mit 3:0 deklassiert, und zum ersten Mal seit 2020 gehören beide großen nationalen Trophäen nach München. Vincent Kompany hat geschafft, was seit Hansi Flick keinem Trainer mehr gelungen ist, und das mit einem Kader, der vor einem Jahr noch zerrüttet wirkte. Der Umbau war echt.
Harry Kane erzielte alle drei Tore. Das macht 66 für die Saison (1). Zehn davon allein im DFB-Pokal, eine Ausbeute, die nur ein Spieler in der Geschichte übertroffen hat (7). Uli Hoeneß nannte ihn den besten Transfer der Bayern-Geschichte und fügte mit gewohntem Nachdruck hinzu: "Barcelona hat das Geld sowieso nicht" (5) (8). Kane selbst zeigte sich zurückhaltender und bezeichnete es als eine der besten Nächte seines Lebens (17).
Aber das ist Bayern. Feierlaune und Chaos teilen sich hier immer denselben Raum.
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Der Kane-Vertragsschatten
Kane sagte, seine Verlängerung sei "keine ausgemachte Sache" (3). Das ist noch keine Panikzone, aber auch nicht nichts. Ein Spieler, der eine 66-Tore-Saison abliefert und dann über seine Zukunft schwafelt, dessen Berater kennt seine Machtposition. Hoeneß kann ihn so oft für "unverkäuflich" erklären, wie er will. Kanes Aussage war bewusst. Die Fans sollten auf den Ton achten, nicht nur auf die Tore.
Der Hoeneß-Eberl-Riss wird öffentlich
Das war der hässlichste Nebenplot der Woche. Hoeneß äußerte Zweifel an der Vertragsverlängerung von Sportvorstand Max Eberl. Eberl konterte: "Ich bin bereit weiterzumachen, wenn das gewünscht ist" (4). Das ist keine Harmonie. Das ist ein Mann, der sich von der mächtigsten Figur im Verein untergraben fühlt. Kompany hat auf dem Platz etwas aufgebaut. Die Frage ist, ob die Führungsetage es schafft, sich nicht selbst zu zerlegen.
Jemand in München muss entscheiden, was für ein Verein das sein soll: einer, in dem der Sportvorstand seinen Job macht, oder einer, in dem der Patriarch aus dem Hintergrund alles blockiert.
Mourinho auf der Tribüne
José Mourinho, der bald bei Real Madrid übernimmt, verfolgte das Finale in Berlin. Das Ziel? Michael Olise (9). Hoeneß wischte es vom Tisch: "Er kann Olise anschauen, aber verpflichten wird er ihn nicht" (9). Bayern zieht eine klare Linie. Olise ist nicht zu verkaufen. Das ist die richtige Haltung für einen Spieler, der unverzichtbar geworden ist.
Kaderumbau in vollem Gange
Der Lärm beschränkt sich nicht auf die Stars. Hiroki Itō könnte den Verein nach einer verletzungsgeplagten Saison für rund 20 Mio. Euro verlassen (6). João Palhinha steht in Gesprächen mit Sporting CP über eine Rückkehr nach Lissabon (7). Kim Min-Jae haben Juventus und beide Istanbuler Spitzenklubs auf dem Zettel (8). Das sind keine Stammkräfte, aber drei Abgänge in einem Fenster würden ernsthafte Nachinvestitionen erfordern. Juventus-Stürmer Dušan Vlahović wird als mögliches Ziel gehandelt (10). Die Dominosteine stellen sich auf.
Was zu beachten ist
Das Double ist gewonnen. Der Kater ist verdient. Aber das Sommerfenster knistert bereits vor Spannung. Kanes Vertragsverhandlungen werden die Schlagzeilen dominieren, die Eberl-Situation braucht eine Lösung, und jeder abwandernde Verteidiger braucht einen Ersatz. Kompany hat geliefert. Jetzt muss der Klub ihm die Bedingungen schaffen, um weiterzukommen. Die Champions League ist das fehlende Puzzlestück. Leon Goretzka glaubt, dass sie kommt. Nach dieser Woche fällt es schwer, zu bestreiten, dass das Fundament stimmt.